Elektro- und Elektronik-Altgeräte – einer der am schnellsten wachsenden Abfallströme der EU und unser urbaner Rohstoff mit hohem Wert-, Edel- und Sondermetallgehalt.

Situation in Österreich

Sammlung und Aufbereitung

Die gesammelte und nachvollziehbar verarbeitete Menge an Elektro- und Elektronik-Altgeräten bewegt sich in Österreich aktuell bei etwa 77.400 t im Jahr. Für die Staaten der Europäischen Union wird geschätzt, dass 2012 deutlich über 3 Mio. t Elektro- und Elektronik-Altgeräte im gesammelt und verwertet wurden.

Europaweit gesehen wird nur etwa ein Drittel des theoretisch verfügbaren Elektro- und Elektronik-Altgeräte einer korrekten und nachvollziehbaren Verwertung zugeführt (Österreich: etwa die Hälfte) – Nachholbedarf besteht vor allem im Süden und Osten Europas. Generell ist die Bandbreite sehr groß: zwischen 1 und 17 kg pro Person und Jahr (Österreich: 9,2 kg) liegen die für das Jahr 2012 gemeldeten Sammelmengen. Die Differenz zu der theoretisch verfügbaren Menge entfällt zum Teil auf die Restmüllverarbeitung – auch hier wird wiederum nur ein Teil korrekt und weitestgehend stofflich verwertet. Nicht unerhebliche Mengen verlassen den europäischen Wirtschaftsraum als (funktionstüchtige und defekte) Gebrauchtwaren.

Eine deutliche Steigerung der getrennt gesammelten Elektro- und Elektronik-Altgeräte wird in der entsprechenden Fachliteratur und bei den einschlägigen Tagungen prognostiziert. Im Jahr 2020 kann progressiven Schätzungen zu Folge mit bis zu 12 Mio. t WEEE bzw. 24 kg pro Einwohner gerechnet werden.

In Schredder-Anlagen und zum Teil auch manuell wird eine Vorsortierung mit einer Abtrennung verwertbarer Metall- und Kunststofffraktionen durchgeführt. In Abhängigkeit vom Geräte-Mix verbleibt etwa ein Viertel bis ein Drittel in der Nichteisenfraktion (Konzentrat bzw. Nichteisen-Konzentrat) – welche oftmals weiter aufgetrennt wird.

 

Verbleib

Derzeit wird aus Österreich sowie den nahen südlichen, östlichen und westlichen Staaten der überwiegende Teil des Nichteisen-Konzentrats nach Nordeuropa transportiert. Ein nicht unerheblicher Anteil dieses aufbereiteten Sekundärrohstoffs verlässt darüber hinaus den europäischen Wertschöpfungsraums – bevorzugt nach Asien. Somit müssen tausende Kilometer überbrückt werden, um zu den entsprechenden Verwertungsanlagen zu kommen. Dies resultiert in unnötigen Transportkosten, die auch einen entsprechend hohen CO2-Footprint sowie einen Abfluss von Wertmetallen aus Europa zur Folge haben.

Wie in den Berichten „Der Österreichische Rohstoffplan“ und „Wie Deutschland zum Rohstoffland wird“ festgehalten, ist die nachhaltige Entwicklung zum Recycling und damit zur Nachhaltigkeit von Rohstoffen ein elementarer Bestandteil der nachhaltigen Wirtschaft der Ökonomie in entwickelten rohstoffarmen Ländern, wie es der Europäischen Union im Wesentlichen entspricht. Es steht außer Zweifel, dass verstärkte Anstrengungen unternommen werden müssen, Rohstoffabhängigkeiten zu vermindern.

Der von der UrbanGold konzipierte Weg einer konzentrierteren Aufarbeitung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten und deren Konzentrate ermöglicht allen Ländern, besonders aber jenen die eine entsprechende Abfallsammlung und Vorbehandlung derartiger Materialien aufweisen können (wie beispielsweise Österreich), an einer dezentralen Metallgewinnung von Wertstoffen wie Edelmetallen und anderen Metallen teilzuhaben. Dies hat eine entsprechende Verbesserung der lokalen Wertschöpfung und die Eigenversorgung mit Rohstoffen zur Folge. Den europäischen Anstrengungen, Direktiven und Richtlinien einer nachhaltigen Rohstoffwirtschaft im Bereich der Elektro- und Elektronik-Altgeräte wird damit entsprochen.