chase those crazy baldheads out of town: wkr-ball 2010

wkr

irgendwie beschäftigt mich das was gestern im rahmen der demonstrationen zum heurigen wkr-ball (alljährlicher ball – von den burschenschaften organisiert – von rechtsextremen publikum besucht) vorgefallen ist auch heute noch sehr. Ich werde hier in form eines gedankenprotokolls mein gestriges subjektives erlebnis schildern – ich sag nur: pure police brutality.

erstmal setzte die österreichische polizei ein klares politisches zeichen: während die rechten schweine in der hofburg sekt und kavier auf kosten der steuerzahler verschwenden, wird den „linkslinken“ (zitat aus der heute) jeglicher anspruch auf menschenrechte verwehrt. einige grundrechte einer „demokratie“ wurden dabei auf autoritäre weise unterdrückt: da wäre zum beispiel das recht auf freie meinungsäußerung,  das demonstrationsrecht, das recht auf bewegungsfreiheit, usw.

die ganze aktion wurde von der polizei im großen stil geplant (so waren zB polizeikonvoys aus linz teil der blockade) und mit eklatanter und übertriebener brutalität umgesetzt. unbescholtene menschen die sich gestern am europaplatz versammelten wurden von der polizei systematisch eingekesselt und nach den prinzipien der schildkrötenformation (das haben sie von den römern) und der zermürbungstaktik in den hinterhalt gedrängt, wo einige dann eingesperrt und sogar gefoltert worden (wie zB wir – 25 menschen auf 5 m2, zwei spielautomaten und einer überwachungskamera in einem kleinen wettbüro). die türen wurden versperrt – auf unsere hilfeschreie wurde nicht reagiert. nach mehr als einer stunde gefangenschaft wurde die luft immer dicker; einige insassen verspürten einen starken druck im unterleib und auch der psychische stress kam dazu. niemand wusste was sie mit uns vor hatten und wir waren machtlos. selbst der belüftungsschacht war zu eng um einen ausweg aus der verzwickten situation zu finden. draussen flogen immer noch die fetzen – im wahrsten sinne des wortes. kracher, schneebälle und flaschen flogen durch die gegend, als die polizei ihren unmut andeutete. die brutalität entsprang ohne zweifel aus den dichten reihen der kiwarei und als der schwarze block nach dem motte „auge um auge – zahn um zahn“ darauf antwortete befanden wir uns mitten im kreuzfeuer und ich bekam fast eine bierflasche auf den kopf. wir flohen uns in stiegenhäuser, versuchten über den hinterhof einen ausweg zu finden, aber die polizei war leider zu schnell und versperrte uns alle wege. alle ausgänge waren blockiert, die ubahnabgänge und parkgaragen versperrt, lokalgäste waren in kaffeehäusern und bars eingesperrt und als ein wagen mit wasserwerfern vorfuhr und reizmittel versprüht wurden war die apokalypse nah. wir wurden auf nachdruck irgendwann aus unserer zelle entlassen, natürlich nur mit anzeige. So kann man sich natürlich auch den großeinsatz finanzieren – indem man unschuldige demonstranten eine verwaltungsstrafe anhängt.

trauriges resultat am ende des tages: knochenbrüche und viele andere verletzungen, hunderte anzeigen, einige willkürliche festnahmen und ein störungsfreies fest von rechten brüderschaften.  die aktion wurde von unseren „ordnungshütern“ augenscheinlich geplant und von den medien systematisch ignoriert. (lediglich der standard und indymedia berichteten darüber) dieses sehr ernüchternde erlebnis machte klar welche richtung die höhere macht in diesem land einschlägt bzw. schon lange praktiziert…